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Informationsbedarf zum Verkauf des Areals der alten Ziegelhütte Sachs im Kronthal


Die KfB sieht erheblichen Informationsbedarf im Zusammenhang mit dem Verkauf des Areals der alten Ziegelhütte Sachs im Kronthal. Bereits im 17. Jh. errichtete die bekannte Ziegler-Familie Sachs eine Ziegelhütte. Von der Ziegelhütte waren zum Zeitpunkt des Verkaufs des Geländes durch die Stadt Kronberg im vergangenen Jahr u.a. zwei Fachwerkbauten aus dem 18. Jh. erhalten, die im 19. Jh. auch Teil des Bade- und Kurbetriebs im Kronthal waren.

Aufgrund des Abrisses eines der historischen Gebäude durch den neuen Eigentümer, kommt den Umständen des Verkaufs besondere Bedeutung zu. Aus diesem Grund richtete die KfB bereits am 19.11.2014 eine Anfrage an den Magistrat, auf die aber bisher keine Antwort vorliegt. Die Fragen der Anfrage fokussierten sich auf Informationen zur Klärung der Bedingungen, unter denen der Verkauf des Geländes zustande kam. In diesem Kontext wurde auch gefragt, ob vor dem Verkauf geprüft wurde, ob das Objekt oder Teile des Objekts denkmalschutzwürdig sind und welche baulichen Möglichkeiten dem Käufer in Aussicht gestellt wurden.

Auch die zwischenzeitlichen Äußerungen des Ersten Stadtrats Jürgen Odszuck gegenüber der Presse zu diesem Verkauf haben aus Sicht der KfB nicht zur Klärung des Sachverhalts beigetragen, sondern weitere Fragen aufgeworfen. Deshalb hat sich die KfB entschlossen, eine weitere Anfrage zum Themenkomplex an den Magistrat zu richten. Sie möchte wissen, weshalb die Verwaltung der Stadt Kronberg im Taunus als Eigentümerin bzw. der Magistrat der Stadt Kronberg als Beschlussgremium nicht vor dem Verkauf das Landesamt für Denkmalpflege Hessen eingeschaltet hat, um die Aspekte des Denkmalschutzes zu prüfen. Eine Maßnahme, die vom Magistrat bei privaten Verkäufen zur Prüfung der Sachlage (zuletzt im Fall des Nassauer Hofs in Oberhöchstadt) durchaus ergriffen wird.

Fraglich ist auch, weshalb der Magistrat der Stadt Kronberg sich nicht mit der Stadt Königstein hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Geländes abgestimmt hat. Den Abriss eines Gebäudes nun als "Problem" der Stadt Königstein darzustellen, lässt auf eine verkürzte Sichtweise schließen, die im Fall des Verkaufs historischen kommunalen Eigentums befremdlich wirkt.

Ganz wesentlich ist jedoch die Frage, weshalb der Magistrat gerade dieses Objekt als erstes zum Verkauf ausgewählt hat. Sicherlich gibt es wesentlich weniger geschichtsträchtige Grundstücke im Besitz der Stadt Kronberg, deren Verkauf deutlich unproblematischer ist. Hier wird sehr deutlich, dass es der Stadt an einem konsistenten Plan für die Umsetzung der Bereinigung des Immobilienbestands fehlt. Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung bisher kein Konzept vorgelegt, welche Objekte des "Cluster B" er wann und unter welchen Bedingungen verkaufen will. Ein im September 2014 gestellter Antrag der KfB (Vorlage 5205/2014), der die Entwicklung und Vorlage eines solchen Konzepts zum Ziel hatte, wurde in der Stadtverordnetenversammlung am 9.10.2014 mit 26 Nein gegen die beiden Ja-Stimmen der KfB-Stadtverordneten abgelehnt.

Dabei zeigt der Verkauf des Areals der alten Ziegelhütte Sachs im Kronthal, dass ein solches, vom Parlament diskutiertes und beschlossenes Konzept, dringender denn je ist. Es ist zu bezweifeln, ob sich das Areal im Kronthal auf Platz 1 einer im Parlament beschlossenen Verkaufsliste wiedergefunden hätte. Fraglich ist auch, ob die Stadtverordnetenversammlung dem Verkauf des Areals ohne Auflagen zum Erhalt der historischen Gebäude zugestimmt hätte.

#PresseInformation #Transparenz #Magistrat

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