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Kosten für das Bahnhofsareal laufen aus dem Ruder


Die massive Dichte der Bahnhofsbebauung und die Wirtschaftlichkeit der angestrebten Umgestaltung wurde durch die KfB von Beginn an hinterfragt. „Wir haben die Problematik in den letzten Jahren in den Gremien unermüdlich angesprochen, stießen jedoch bei den Koalitionären von CDU und SPD auf taube Ohren“, erinnert KfB-Co-Fraktionsvorsitzende Dr. Heide-Margaret Esen-Baur. „Jetzt nennt die Verwaltung den Stadtverordneten und der Öffentlichkeit scheibchenweise Folgeinvestitionen.“ Die Entwicklung droht zu einem finanziellen Desaster zu werden: Insgesamt addieren sich die derzeit bekannten Investitionen für die Stadt auf bereits mehr als 3,2 Mio Euro. Dies sind weitestgehend Schätzungen, einige Posten sind noch gar nicht beziffert, mögliche Kostensteigerungen nicht berücksichtigt.

Vor wenigen Tagen erst haben die Stadtverordneten erfahren, dass eine Planung für die Flächenfreisetzung zu beauftragen ist, die allein mehr als 200.000 Euro kosten soll. Ziel dieser Flächenfreisetzung ist es, den Bahnhofsvorplatz mit der angekündigten „Aufenthaltsqualität“ (und nicht nur als An-und Durchfahrtstraße) zu ermöglichen, die versprochenen 80 Parkplätze unterzubringen und genug Platz für die vorgesehenen Gewerbe- und Wohngebäude zu haben. Dazu sind umfangreiche Veränderungen im Bereich der Bahnanlagen notwendig: z. B. Verlegung der Gleise und Strommasten, Verkürzung bzw. Überdeckung der Pufferzone für die Züge. Dafür sind – je nach Variante – weitere 1,1 Millionen Euro vonnöten. Darin enthalten sind jedoch nicht die Kosten für die von der Bahn zu erwerbenden Flächen. Kaufpreisverhandlungen hierzu sollen erst nach der Beauftragung der Entwurfsplanung erfolgen!

Hinzu kommen weitere Kosten, die der KfB erst im Zuge der Beantwortung einer Anfrage mitgeteilt wurden. So ist die Ver- und Offenlegung des Winkelbachs auf mindestens 1,4 Mio Euro veranschlagt. Die Stadt hofft, später 800.000 Euro hierfür von den Erwerbern des Grundstücks des Gleises 3 zu erhalten. Die Stadt hofft ferner auf Fördergelder bis zu 80% für den verbleibenden Teil. Sicher ist das alles nicht. Aber die Kanalarbeiten am Bahnhof haben bereits begonnen. Ob die weitere Offenlegung des Baches vom Bahnhofsvorplatz bis zur Mündung in den Westerbach vorgesehen ist und was diese kostet, ist noch nicht beantwortet worden.

Die Neuanlage des Bahnhofsvorplatzes in seiner heutigen Dimension soll 210.000 Euro kosten, wovon Hotelinvestor und Kronberg-Academy je ein Drittel zu zahlen verpflichtet sind. Durch den angestrebten Flächenerwerb von der Bahn wird die Platzgröße ungefähr verdoppelt, was zu entsprechend höheren Erstellungskosten führen wird.

Für die Wiederherstellung der Verbindungsstraße von der Bahnhofstraße zur Ludwig-Sauer-Straße sind weitere rund 150.000 Euro veranschlagt.

Durch die Neugestaltung des Bahnhofsareals entfallen die bisherigen ca. 190 Stellplätze. Für die Neuanlage der 80 am Bahnhof verbleibenden Parkplätze wird mit Kosten von bis zu 320.00 Euro gerechnet. In den den Stadtverordneten zur Verfügung stehenden Unterlagen ist allerdings in keiner Variante genügend Platz für 80 Parkplätze vorgesehen. Für die Nutzung des alten Bahnhofsgebäudes selbst sind keine Parkplätze vorgesehen. Dies wird es deutlich erschweren, einen Investor dafür zu finden. Die dann noch fehlenden 100-120 notwendigen Parkplätze sollen in Kronberg-Süd auf einer Fläche angelegt werden, für die die Stadt bislang schon jährlich 65.000 Euro Pacht zahlt. Die hohe Pacht ist darauf zurückzuführen, dass es sich hier um Gewerbe-Bauland handelt. Die Einrichtung dieses Parkplatzes behindert somit die Ansiedlung eines Betriebs, der Gewerbesteuern generieren könnte.

Zudem schlägt die Verwaltung nun vor, den Verkaufspreis für das Hotelgrundstück zu reduzieren, da das Hotel nunmehr ein Stock (3 Meter) niedriger gebaut werden soll. In der Presse wurde ein Nachlass von 120.000 Euro genannt. Die Entscheidung der Stadtverordneten hierzu steht noch aus.

Diese Änderung der Bauhöhe des Hotelkomplexes darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass am Bahnhof insgesamt durch die geplante Ansiedlung von Gewerbe, Hotel, Wohnungen und Kammermusiksaal eine viel zu hohe Baudichte entsteht, zu Lasten der Umwelt, des Haushalts und der verkehrlichen Belange der Kronberger Bürger.

„Aus einem Bebauungsplan, der die Stadt nichts kosten sollte, wurde mittlerweile ein Großprojekt „Bahnhofsareal“, das nun finanziell aus dem Ruder zu laufen droht“, sieht sich Esen-Baur in ihren Befürchtungen bestätigt. „Dass die Verhandlungen mit der Bahn schwierig sind und das Grundstück seinen Preis haben wird, hat Herr Odszuck erst nach der Kommunalwahl erwähnt. Jetzt kommen nach und nach immer weitere Zahlen ans Licht.“

So hat die Presse berichtet:

Taunus-Zeitung vom 23.9.2016: Wie teuer wird der Kronberger Bahnhof?

Kronberger Bote vom 22.9.2016: KfB sieht Kosten für das Bahnhofs-Areal aus dem Ruder laufen

#Haushalt #Transparenz #Bahnhof #PresseInformation

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