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Kita-Beiträge: 12 Jahre Stillstand, 2 Wahlkämpfe, 5 Prozent

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    Kronberg für die Bürger
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Die KfB kritisiert, dass die längst überfällige Anpassung der Beiträge zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres einem Wahlkampf zum Opfer fällt.

Rückblick: wie eine sachlich gebotene Erhöhung verhindert wurde

Entgegen anderslautender Pressemitteilungen wurden die Kita-Beiträge seit 2014 nicht mehr erhöht. Im Juni 2025 schlug der Magistrat daher eine Anhebung um 20 % vor - für die rund 500 Kinder über drei Jahren je nach Betreuungszeit 7,20 bis 16,80 Euro monatlich, im U3-Bereich 40 bis 56 Euro.

Der Stadtelternbeirat (SEB) berichtete, Eltern seien „schockiert" über diese „drastische Erhöhung". Seine Elternbefragung beruhte jedoch auf falschen Zahlen: Er gab einen Elternanteil von 18 % an – korrekt sind 7,6 %. Zudem ließ er die Geschwisterermäßigung außer Acht, rechnete ohnehin anfallende Verpflegungskosten ein und rundete großzügig auf. Unerwähnt blieb, dass die sechsstündige Betreuung von Ü3-Kindern seit 2018 auf Null reduziert wurde und Kronberg höhere Qualitätsstandards als viele Nachbarkommunen bietet. Dieser methodisch unsaubere, aber „lautstarke Protest" genügte den anderen Fraktionen, um das Thema aus dem Kommunalwahlkampf herauszuhalten. „Für unsere Position, dass die Eltern bereits vor der Wahl einen Informationsanspruch zur weiteren Entwicklung der Beiträge hätten, fanden wir leider keine Mitstreiter“, bedauert KfB-Fraktionsvorsitzender Dr. Ralf A. Pampel.


Der nächste Wahlkampf – die nächste Verwässerung

Ein Jahr später schlägt der Magistrat nun 10% vor. Der Bürgermeister plädiert öffentlich für nur 5% - sicherlich kein Zufall, denn nun ist Bürgermeister-Wahlkampf. Im U3-Bereich geht es damit nur noch um 1,80 bis 4,20 Euro monatlich – nach zwölf Jahren, in denen die Nominallöhne – also die Hauptkosten für die Stadt, aber auch die Einkommen der Eltern - um 40 % gestiegen sind.

„Dass sich die CDU, deren Kandidatin gegen den Amtsinhaber antritt, dieser Meinung anschließt, lässt sich bestenfalls wahltaktisch erklären“, kommentiert Julia Voss aus dem Kultur- und Sozialausschuss für die KfB.


Die Position der KfB

Für die KfB steht außer Frage, dass gute Kinderbetreuung eine Investition in die Zukunft ist – für die individuelle Entwicklung der Kinder ebenso wie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt. Das Geld, das Kronberg in seine Kitas steckt, ist gut angelegt.

Gleichwohl hält die KfB es für geboten, zumindest den Kostenanstieg der letzten beiden Jahre – wie vom Magistrat vorgeschlagen – auszugleichen,  weil die Beträge auch für Familien mit mehreren Kindern vertretbar sind. „Jede Erhöhung belastet Familien, ist aber angesichts des städtischen Gesamtaufwands eine Art ‚Selbstbeteiligung‘“, erklärt Pampel. Mehr als 90% trägt der Steuerzahler, davon zwei Drittel die Stadt Kronberg mit rund 10 Millionen Euro für 800 Kinder - 12% aller städtischen Aufwendungen. Für Familien, denen die Belastung nicht zumutbar ist, gibt es Befreiungs- und Ermäßigungsmöglichkeiten.

Zum Vergleich: umliegende Kommunen außer Eschborn und Bad Homburg verlangen bereits deutlich höhere Kita-Beiträge, teils das Doppelte. Königstein erhöhte seine Beiträge vor den Sommerferien um mehr als 50% – ohne Proteste.


Ein hausgemachtes Problem

Dass die Anpassung der Kita-Beiträge an die Kostenentwicklung über 12 Jahre nicht angegangen wurde, lässt sich auch nicht mit äußeren Umständen wie beispielsweise der Corona-Pandemie erklären. Denn die Kosten waren der Stadt selbst in dieser Phase bekannt und hätten berücksichtigt werden können.

Als der heutige Bürgermeister König noch SPD-Fraktionsvorsitzender war, beantragte er selbst 2014 die jährliche Überprüfung der Beiträge – und stimmte einer Erhöhung um 20 % zu. Seine Begründung damals: Eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung sei ein wichtiges Ziel und erfordere „gut eingesetztes Geld". Die Erhöhung sei „nicht schön, aber haltbar". Stadtverordneter Michael Dahmen (CDU) ergänzte seinerzeit, nur so lasse sich angesichts der Haushaltslage und der Tariferhöhungen die Qualität der Betreuung halten: „Wenn wir selbstkritisch sind, müssen wir sagen, wir holen jetzt nach, was wir die letzten Jahre vielleicht versäumt haben."

„Genau diese Selbstkritik und Konsequenz vermissen wir heute – aber, wir haben ja Wahlkampf“, resümiert Pampel. Die KfB fordert, die nunmehr vorgeschlagene Erhöhung nicht aus wahltaktischen Gründen weiter abzuschwächen, sondern zumindest die reale Kostensteigerung der letzten beiden Jahre auszugleichen.

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