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Klimaanpassung mit vorhandenem Personal umsetzen

Autorenbild: Kronberg für die Bürger
Kronberg für die Bürger
23. Sept.
2 Min. Lesezeit

Zunächst möchten wir ausdrücklich festhalten, dass für uns die Themenkomplexe Klimaschutz und Klimaanpassung untrennbar miteinander verknüpft sind. Klimaschutz reduziert die Ursachen – Klimaanpassung reduziert die Folgen. Dies lässt sich zwar semantisch unterscheiden, im tatsächlichen Umgang damit ist nach unserem Ermessen eine Trennung jedoch nicht hilfreich. Es handelt sich vielmehr gleichermaßen um komplementäre und um konkurrierende Themen.

 

Leider haben auch in diesem Jahr das Frühjahr und der Sommer wieder eindrücklich gezeigt, dass akuter Handlungsbedarf besteht. Zunehmende Hitze, Trockenheit und (dieses Jahr bei uns zum Glück bislang ausgebliebene) Starkregenereignisse markieren die wesentlichen Handlungsfelder in Kronberg.

 

Diesem Handlungsbedarf jedoch direkt mit der Schaffung einer zusätzlichen Vollzeitstelle zum Management von Klimaanpassungsmaßnahmen zu begegnen, ohne die bereits in der Verwaltung vorhandenen Kapazitäten und Konzepte zu berücksichtigen, springt nach unserem Dafürhalten deutlich zu weit. Was ist denn bspw. mit dem vorliegenden rd. 80 Seiten umfassenden „Konzept zur Anpassung an den Klimawandel in Kronberg“?

 

Zudem handelt es sich gem. dem Antrag der Grünen – vermutlich nur zunächst – um überwiegend konzeptionelle und analytische Tätigkeiten. Nach unserer Auffassung betrifft dies Dinge, die zwar für Kronberg gelten, die jedoch nicht unbedingt Kronberg-spezifisch sind. Wir gehen davon aus, dass bei anderen Kommunen oder beim Hochtaunuskreis identische Fragestellungen vorliegen, die vielleicht bereits konzeptionell bearbeitet oder sogar schon gelöst sind. Dies gilt es zunächst herauszufinden. Ebenso könnten im Rahmen z.B. der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) Ressourcen gebündelt werden, um erforderliche Analysen und Konzepte zentral und effizient zu erarbeiten, die dann lokal umgesetzt werden. Wobei auch dies zwingend unter Berücksichtigung der in Kronberg bereits vorhandenen Kapazitäten erfolgen muss.

 

Ferner erscheint uns die im Antrag der Grünen vorgeschlagene „Gegenfinanzierung“ der Stelle durch Nutzung von öffentlichen Förder- und Investitionsmitteln mindestens missverständlich und ist wohl nicht im Sinne der Fördermittelgeber. Es sollen doch die Maßnahmen als solche und nicht die in der Verwaltung durch neue Stellen entstehenden Personalkosten gefördert werden.

 

Insofern lehnen wir den ursprünglichen Antrag, sofort eine neue und somit zusätzliche Klimaanpassungsmanagementstelle zu schaffen, ab. Stattdessen begrüßen und unterstützen wir den Änderungsantrag, zunächst zu prüfen, ob die Einrichtung einer solchen neuen Stelle erforderlich ist. Können die mit dem Antrag angestrebten Ziele nicht auch - ggf. auch nur teilweise - mit bereits vorhandenen Kapazitäten (z.B. aus dem Umweltreferat) erreicht werden? Ebenso dürfen bei dieser Prüfung Re-Priorisierungen bei vorhandenen Kapazitäten kein Tabu sein. Und diese Prüfung muss zeitnah erfolgen.


Wortbeitrag von Andreas Mackenstedt in der Stadtverordnetenversammlung vom 24.9.2026

Es gilt das gesprochene Wort.


So wurde entsschieden:

Antrag in der HFA-Fassung angenommen einstimmig bei 1 Enthaltung

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