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  • Kronberg für die Bürger

Kompromiss zur Vermeidung eines finanziellen Blindflugs


Selten war eine Beschlussvorlage so umstritten wie die ursprüngliche „Bürgermeistervorlage“ zum sogenannten „Klimaquartier“ Baufeld V am Bahnhof. Aus nachvollziehbaren Gründen war diese nicht nur beim Magistrat durchgefallen, sondern auch die Fraktionen hatten überwiegend große Bauchschmerzen mit den darin enthaltenen Festlegungen zur Bebauung, Anzahl der Parkplätze für Pendler und insbesondere auch hinsichtlich der vorgeschlagenen Vorgehensweise und Schrittfolge.


Gleichzeitig bestand aber Einigkeit bei allen Fraktionen, dass es nunmehr an der Zeit sei, das Baufeld V zu entwickeln. Ausschließlich diesem gemeinsamen Ziel ist es zu verdanken, dass alle Fraktionen gemeinsam mit dem neuen Ersten Stadtrat und dem Bürgermeister einen Kompromiss zur Entwicklung des Baufelds V entwickelten. Für diese Initiative danke ich Ihnen, Herr Wolf, sehr und sehe darin eine neue Qualität der Zusammenarbeit mit den Fraktionen, die es so unter Ihrem Vorgänger nie gegeben hat.


Allerdings hat der gefundene Kompromiss von allen Fraktionen große Zugeständnisse abverlangt.

Wir, die KfB, haben uns bei der Entwicklung dieses Kompromisses insbesondere deshalb eingebracht, da wir dadurch die Chance hatten, einen nicht nur finanziellen Blindflug in Sachen Baufeld V für Kronberg abzuwenden.


Dabei waren uns vor allem drei Aspekte und Änderungen besonders wichtig:

  1. Erstens galt es natürlich, den Blindflug bei diesem für Kronberg sehr wichtigen und großvolumigen Projekt durch eine zeitnahe Erstellung einer neuen Machbarkeitsstudie zu vermeiden. Denn die letzten Wirtschaftlichkeitsberechnungen stammen aus dem Jahr 2019 und zum Teil mit Daten aus 2017. Jeder weiß, dass seitdem nicht nur die Zinsen sondern auch die Baukosten dramatisch gestiegen sind. Zusätzlich wird jetzt ein Klimaquartier geplant, was sich auch erhöhend auf die Kosten auswirken dürfte. Der ursprüngliche Ansatz der Bürgermeistervorlage, die Projektentwicklung zunächst 1 ½ Jahre voranzutreiben, und erst dann die Frage der (wirtschaftlichen) Machbarkeit zu überprüfen, konnte daher nicht wirklich überzeugen.

  2. Zweitens lassen die verschiedenen Umwelt- und Bodengutachten der letzten 30 Jahre erkennen, dass nennenswerte Altlasten durch eine ehemalige Heizanlage der Deutschen Bahn bestehen und der Boden aufgrund von bis zu 6 Meter hohen Aufschüttungen als Bauuntergrund an einigen Stellen nur bedingt geeignet ist. Der erarbeitete Kompromiss sieht deshalb vor, dass bis zur Aufstellung eines Bebauungsplans die Verwaltung u. a. klären wird, welche behördlichen Auflagen aus den Altlasten im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens zu erwarten sind. Ursprünglich war hingegen die sofortige Aufstellung des Bebauungsplans vorgesehen. Selbstverständlich müssen die Erkenntnisse aus den verschiedenen Umweltgutachten auch in die Berechnungen der Machbarkeitsstudie einfließen.

  3. Drittens ist die Schaffung einer ausreichenden Anzahl von Pendlerparkplätzen essentiell und eine Vorfestlegung auf die ursprünglich vorgesehene, viel zu geringe Anzahl von 40 Pendlerparkplätzen, war unbedingt zu vermeiden. Denn 40 Parkplätze entsprechen nicht im Entferntesten dem Pendlerbedarf am Kronberger Kopfbahnhof, den wir bei rund 80 Parkplätzen sehen. Hinzukommen noch die Parkplätze, die vertraglich dem Eigentümer des Bahnhofs zugesagt worden sind.

Aber auch nach einer Zustimmung zu dem neuen Konzept, bleibt noch viel zu tun. Wir sehen unsere Aufgabe anschließend darin,

· den Prozess eng zu monitoren,

· Entscheidungen faktenbasiert und zum richtigen Zeitpunkt zu treffen und dabei

· auf eine harmonische und klimaorientierte Bebauung mit

· selbstverständlich ausreichend vielen Pendlerparkplätzen zu achten.

· Dabei dürfen wir gleichzeitig die Kosten und finanziellen Auswirkungen auf den Kronberger Haushalt keinesfalls außer Acht lassen.


Selbstredend halten wir es für auch erforderlich, dass bei der Erstellung eines Klimaquartiers der klimatisch wichtige Grün- und Baumbestand an der Ludwig-Sauer-Straße erhalten bleibt. Zudem gilt es ebenso eine weitere Offenlegung des Winkelbachs zu hinterfragen, die uns viel zu viel Fläche kosten und das Investitionsvolumen unnötig erhöhen würde.


Wortbeitrag von Dr. Ralf A. Pampel in der Stadtverordnetenversammlung vom 20.7.2023


So wurde entschieden:

Antrag angenommen einstimmig bei 2 Enthaltungen


So hat die Presse berichtet:

Taunus-Zeitung vom 22.7.2023: So viel Harmonie war beim Baufeld V noch nie

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