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Opel-Zoo: Natur und Wasser


Ich weiß nicht, wie viele Male ich hier schon gestanden habe, um zum B-Plan Opel-Zoo zu sprechen. Seit annähernd 20 Jahren beschäftigt uns Stadtverordnete dieses Thema. Und immer wenn wir meinen, die Sache sei gelöst, kommen seitens des Opel-Zoos wieder neue Änderungswünsche. Unsere Königsteiner Nachbarn, mit denen wir den B-Plan gemeinsam aufgestellt hatten, sind inzwischen so verärgert, dass sie die Diskussion verlassen haben.


Heute geht es um viele Punkte, die uns vorgelegten Unterlagen sind rund 1000 Seiten lang.


Vorrangig aber geht es um folgende Punkte:

  1. Erweiterung der Anlagen, mit einer Neuversiegelung in der Größenordnung von 4000qm

  2. Neu einzurichtende Parkplätze auf ehemals geschützten Wiesen

  3. Die Errichtung eines Schleichweges über das Zoogelände zu dem Waldparkplatz. Statt des mäandrierenden Fußweges, sollen die Besucher fortan den steil angelegten und asphaltierten Weg, der lediglich für die Erstellung der Elefantenanlage genehmigt war, mit entgegenkommenden Fahrzeugen nutzen!

  4. Und dann geht es natürlich um die Einziehung des öffentlichen Philosophen-Weges. Trotz Tausender von Unterschriften, sowohl aus Königstein und Kronberg, soll der öffentliche Weg zum Privatweg des Opel-Zoos werden. Der zwischenzeitlich mit der Stadt Kronberg und dem Opel-Zoo verhandelte Vertrag, sieht vor, dass nur Kronberger Bürger in eine Richtung den Weg begehen dürfen, ohne auswärtige Freunde oder jüngere Kinder und beschränkt auf eine Stunde. Zudem darf diese Begehung nur zu Öffnungszeiten des Zoos erfolgen. Ein solches Vorgehen widerspricht dem Verkehrsbedürfnis der Bürger noch ist dem Wohl der Allgemeinheit Rechnung getragen. Und es wird Sie sicherlich nicht überraschen, dass dieses Vorgehen eine Klage nach sich ziehen wird.

Wir bringen heute einen Änderungsantrag ein, der eine solche Klage möglicherweise abwehren kann (wir beantragen, den Weg tagsüber unverändert geöffnet zu halten und abends die Tore zu schließen). Dieser Änderungsantrag verursacht dem Opel-Zoo keine Kosten und es wäre auch ein Zeichen gegenseitiger Wertschätzung.


Einen weiteren Punkt, weshalb wir dem B-Plan nicht zustimmen, möchte ich abschließend anführen. Die entsprechende Information findet sich in der Anlage: Begründung und Umweltbericht, ab Seite 74: Wasserwirtschaftliche Belange. Das ist wohl ein Thema, womit sich die Grünen noch gar nicht beschäftigt haben. Hier wird dargelegt, dass der Wasserverbrauch sehr hoch ist: im Jahr 2018 wird er mit 38.600 Kubikmeter angegeben. Die genehmigte Grundwasserentnahme von 10.800 Kubikmetern wird deutlich überschritten. Wie vielleicht nicht allen bekannt, liegt das gesamte Zoogelände innerhalb des Trinkwasserschutzgebietes und des Wasserschutzgebiets. Ein kleiner Teil liegt im Heilquellenschutzgebiet. Die frühere Annahme, dass sich der Wasserverbrauch nicht wesentlich erhöhen wird, so sagen es die Gutachter, ist nicht zutreffend. Die Grundwasserentnahme wird schon jetzt ständig überschritten. Und in Zukunft sollen ja weitere Tiere und Versiegelungen hinzukommen. In Zeiten des Klimawandels sinkt der Grundwasserspiegel. Das ist hier schon vorprogrammiert. Damit sollten wir uns im Detail noch einmal auseinandersetzen und nicht heute voreilig dem B-Plan zustimmen. Ich appelliere an Sie alle, nehmen Sie sich den vorliegenden B-Plan noch einmal genau vor, um zu einer guten Entscheidung zu gelangen.


Wortbeitrag von Dr. Heide-Margaret Esen-Baur in der Stadtverordnetenversammlung am 19.11.2020

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