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Bleichstraße: weniger Versiegelung


Unser Änderungsantrag ist relativ technischer Natur und deshalb – zugegebenermaßen – im Detail nicht ganz leicht zu vermitteln. Lassen Sie es mich deshalb vorab auf den Punkt bringen:

Wir wollen mit unserem Antrag darauf hinwirken, dass der übermäßigen Versiegelung des Bodens durch geplanten Baumaßnahmen Einhalt geboten wird. Dabei soll eine bislang im Entwurf des B-Plans vorgesehene Ausnahmeregelung zu Gunsten von mehr Versiegelung, auf das Maß zurückgestutzt werden, das die Baunutzungsverordnung – aus guten Gründen – als Regelbestimmung vorsieht.


Die bisherige Festsetzung im Entwurf (auf Seite 4 der Textlichen Festsetzungen) sieht vor, dass eine Überschreitung der Grundflächenzahl (GRZ) im Mischgebiet bis zu 0,8 möglich sein soll. Das heißt, 80 % des gesamten Grundstücks soll dort durch Tiefgaragen, Zufahrten, Wege, Stellplätze versiegelt werden dürfen.


Mit unserem Antrag soll diese Versiegelung so reduziert werden, wie es die Regelbestimmung der Baunutzungsverordnung vorsieht: nämlich dass die zulässige Grundfläche der Gebäude durch Tiefgaragen, Zufahrten etc. höchstens nochmal um die Hälfte erweitert werden darf. Das bedeutet konkret, dass die im Mischgebiet 1 um den Kronberger Hof vorgesehene GRZ 2 auf 0,6 begrenzt wird - also nicht auf 0,8 wie derzeit geplant. Das entspricht der Versiegelung im angrenzenden Innenblock des Wohngebietes (WA 5). Im Mischgebiet 2 gegenüber des Hotels soll die GRZ 2 unserem Antrag zufolge auf 0,75 begrenzt werden. (Im Mischgebiet 3 entlang der oberen Bleichstraße und der Frankfurter Straße bleibt es bei der GRZ 2 von 0,8.)


Die KfB bleibt mit diesem Antrag ihrem Grundsatz treu, dort wo Bebauung sinnvoll ist, diese nicht zu verhindern, aber zugleich mäßigend auf die Vorhaben einzuwirken. Wir wollen damit die Beeinträchtigung des Stadtbilds und der Umwelt möglichst geringhalten.

Jede Flächenversiegelung - unabhängig davon, ob sie ober- oder unterirdisch erfolgt, belastet die Abwasserkapazitäten und reduziert die natürliche Versickerung ins Grundwasser. Bedingt durch den Klimawandel mit häufiger auftretenden Starkregen und Wassermangel ist eine geringstmögliche Versiegelung anzustreben. Hinzu kommen die negativen Auswirkungen der Versiegelung auf den möglichen Bewuchs.


Dem Änderungsantrag der Grünen werden wir aus den folgenden Gründen mehrheitlich nicht zustimmen:

Zum einen ist im B-Plan bereits eine Stellplatzreduzierung um 25% berücksichtigt, die wir mittragen. Wir sehen aber keinen Grund, diese noch weiter zu begrenzen. Eine weitere Reduzierung der erforderlichen Stellplätze kommt in erster Linie dem Investor zugute, weil es seine Baukosten senkt. Diese Strategie tragen wir jedoch nur dann mit, wenn dadurch günstiger Wohnraum entsteht. Dies ist hier nach den uns vorliegenden Informationen nicht beabsichtigt.

Die weiteren Forderungen des Änderungsantrags einer Stromleitung für E-Fahrzeuge und Fahrradabstellplätze vorzusehen werden in unserer Fraktion zum Teil kritisch gesehen. Es sollte die Entscheidung der Bauherren sein, ob man solche Lade-Vorkehrungen treffen und zusätzliche Stellplätze für Fahrräder vorhalten möchte.


Abschließend noch eine Anregung an die Bauherren:

Denken Sie doch bitte ernsthaft über eine Verwirklichung Ihres Bauvorhabens mit nachhaltigen und umweltschonenden Baustoffen nach. Dies wäre nicht nur verantwortungsvoll. Sie könnten zudem an dieser exponierten Stelle Kronbergs beispielgebend wirken. Wer sich eingehender mit den Auswirkungen des Bauens beschäftigt weiß, dass wir nicht umhinkommen, zukünftig im Interesse der nachfolgenden Generation wesentlich stärker alternative Baustoffe einzusetzen.


Wortbeitrag von Dr. Jochen Eichhorn in der Stadtverordnetenversammlung vom 24.3.2021

So wurde entschieden:

Änderungsantrag abgelehnt mit 11 Ja (6 KfB, 5 FDP) bei 16 Nein (7 CDU, 6 SPD, 3 UBG) und 4 Enthaltungen (3 Grüne, 1 CDU)


So hat die Presse darüber berichtet:

Kronberger Bote vom 1.4.2021: B-Plan Bleich-/Bahnhofstraße: Kompromiss ermöglicht 19:12-Mehrheit für Offenlage

FAZ vom 27.3.2021: Höhenbegrenzung am Hang (nicht online verfügbar)

Taunus-Zeitung vom 26.3.2021: Nach zähem Ringen ein Kompromiss - Vorne groß und hinten klein (nicht online verfügbar)

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